Giftpflanzen und Co

Rund um Vergiftung, Giftpflanzen und CO

 

 

Für den Therapeut ist wichtig zu wissen :

 

 

 

* Welche Pflanze wurde gefressen und wieviel ?
* Welche teile der Pflanze wurden gefressen ?

Nehmen sie einen Zweig mit, um Verwechslungen auszuschließen.

* Wann hat das Pferd das Gift gefressen ?
* Welche Anzeichen zeigt das Pferd und wie geht es ihm ?

* Information über Alter, Gewicht und Allgemeinzustand

 


Vergiftungen

Giftpflanzen enthalten in größeren Konzentrationen ganz unterschiedliche Substanzen, die Vergiftungen auslösen können.
Diese Schadstoffe sind oft in bestimmten Pflanzenteilen angereichert und können, abhängig von Bodenbeschaffenheit, Witterung, Jahreszeit und anderen Umweltfaktoren, deutlichen Konzentrationsschwankungen unterliegen, so dass die Giftigkeit stark wechselt.

Grüne Giftpflanzen werden von Pferden meist nur gefressen, wenn Nahrungsmangel vorliegt.
So kam es z.B. dadurch zu einer Vergiftung, dass Pferde auf einer abgefressenen Weide in großer Menge wildwachsende Zwiebeln aufnahmen.
Unter ähnlichen Bedingungen können Vergiftungen durch Hahnenfußgewächse auftreten, wenn auf sonst kahler Weide an Bächen und Tümpeln überwiegend nur noch diese Pflanzen wachsen.

Auch Tiere, die im Freien angebunden stehen und sich langweilen, fressen bisweilen an erreichbaren Giftpflanzen.
Eine besondere Gefahr geht für Pferde von giftpflanzenhaltigem Heu aus, das allerdings nicht von allen Tieren aufgenommen wird.

Pferde, die eine durch Vergiftung ausgelöste Krankheit überstanden haben, verweigern danach oft die Aufnahme des entsprechenden Heus.

Der Schweregrad einer Vergiftung wird nicht nur von der aufgenommenen Pflanzenmenge und deren Giftkonzentration, sondern auch vom Ernährungs- und Gesundheitszustandes des Pferdes bestimmt.
So treten Vergiftungen durch schachtelhalmhaltiges Heu im Winter hauptsächlich bei solchen Pferden auf, die eine knappe und vor allem konzentratarme Fütterung erhalten.
Giftpflanzen können auf der Weide, mit Heu bzw. Krippenfutter oder bei Ausritten, besonders in Garten- und Parkanlagen aufgenommen werden.

Die meisten giftigen Weidepflanzen (Hahnenfuß, Sumpfschachtelhalm, Gundermann ect.) werden von Pferden gemieden.
Unter den spontan gefressenen ist das Jacobskreuzkraut zu nennen, das in Deutschland auf Weiden selten, gelegentlich aber an Wald- und Wegerändern wächst (goldgelbe Blüten von Juli bis September). In Westeuropa, besonders England, zählt es zu den gefährlichsten Giftpflanzen für Pferde
Gelegentlich wird auch von Vergiftungen durch das gemeine Kreuzkraut, das in Klee oder Luzerne zu finden ist, oder durch das Alpenkreuzkraut berichtet.


Diese Kreuzkrautarten enthalten ein leberschädigendes Gift, das auch durch Trocknen oder Silieren nicht inaktiviert wird. Bei chronischer Aufnahme fallen Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Benommenheit, teilweise auch Erregungszustände, verbunden mit erhöhten NH3- Gehalten im Blut auf.
Schäden durch übermäßige Aufnahme von pilzbefallenem Rohrschwingel sind im Ausland bei tragenden Stuten beschrieben worden (verlängerte Trächtigkeit, Abort, verdickte Plazenta, Milchmangel).
Die Störungen werden besonders im Herbst und Winter auf reinen Schwingelweiden nach feuchtwarmer Witterung beobachtet.
Ähnlich kann durch Befall von Rotklee mit einem parasitierenden Pilz exzessive Speichelbildung, verbunden mit Diarrhoe und Freßunlust, ausgelöst werden.
Durch die Aktivität eines anderen Pilzes wird vor allem im Süßklee gelegentlich Dikumarol gebildet, das die Blutgerinnung hemmt oder verzögert.
Auch Weidelgras kann mit endophytischen Pilzen infiziert sein, deren Toxine zu neurologischen Symptomen führt.
Erhöhte Mengen an Erde (Sand, Lehm, Tonpartikel) können sowohl auf Grünfutter (Überschwemmungsgebiete, Rieselwiesen) als auch in Heu und Trockengrün, aber auch an Wurzeln und Knollen vorkommen.
Je nach Art und Menge sind Störungen zu erwarten.
Andere organische Stoffe gelangen evtl. durch Industrieemissionen auf die Futtermittel.
Unter den Düngemitteln sind kalkhaltige (Branntkalk aufgrund seiner Ätzwirkung auf die Schleimhaut), harnstoffhaltige (Ammoniakvergiftungen) und nitrathaltige (Nitratvergiftung) hervorzuheben.

 
Giftpflanzen und ihre Wirkung

Adlerfarn

Vorkommen :
· Wälder, Waldwiesen und Lichtungen
Giftiger Inhaltsstoff :
· Vitamin B1- zerstörender Wirkstoff, höchster Gehalt in jungen Pflanzen, Giftwirkung im Heu enthalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Nervöse Störungen, Erregungszustände, hohe Berührungsempfindlichkeit, Störungen im Ablauf der Bewegung, später krampfartige Zuckungen, blutiger Durchfall, Blutharnen
Aufnahme von täglich 2 bis 3kg Pflanzen für Pferde nach etwa 1 Monat tödlich

Adonisröschen
Vorkommen :
· Wiesen
Giftiger Inhaltsstoff :
· Herzwirksame Glykoside, dazu hautreizendes Gift, auch im Heu giftig
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Rötung und Schwellung von Maulschleimhaut, besonders Lippen und Zahnfleisch, Atemnot, Gleichgewichtsstörungen, schwerer Durchfall

Bingelkraut
Vorkommen :
· Äcker, Ödland, Schuttplätze, Laubwälder
Giftiger Inhaltsstoff :
· Reizendes Öl und Saponine, zur Zeit der Samenbildung am giftigsten, im Heu geht die Giftigkeit weitgehend verloren
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Magen- Darm- und Nierenentzündungen, Nesselfieber, Unterhautödeme, Blutharnen, Lähmungen

Buchsbaum
Vorkommen :
· Zierstrauch oder Baum
Giftiger Inhaltsstoff :
· Alkaloide, besonders in Blättern und Rinde, Aufnahme von etwa 750g Blättern kann für ein Pferd tödlich sein
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Kolik, Durchfall, Lähmungen, Tod tritt durch Atemlähmung ein

Eibe
Vorkommen :
· Zierstrauch in Gärten, Parks und Friedhöfen
Giftiger Inhaltsstoff :
· Alkaloide (Herz- und Atmungsgift) höchste Konzentration in den Nadeln, besonders im Herbst und Winter. Pferde sind sehr empfindlich, Aufnahme von etwa 100g Nadeln kann tödlich sein.
Alkaloidgemisch Taxin, Taxicatin, blausäureähnliche Glykoside, Ameisensäure und Millosin.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Muskelzittern, Kolik und Durchfälle, Bewegungsstörungen, tiefe Depressionen, Tod. Größere Mengen führen fast schlagartig zum Tod, tragende Stuten können verfohlen

Eiche
Vorkommen :
· Wälder, Parks
Giftige Inhaltsstoffe :
· Gerbsäure, Vergiftungen treten auf Koppeln mit Eichen besonders dann auf, wenn infolge eines Unwetters in kurzer Zeit viele Eicheln abfallen und gefressen werden können
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Kolik, Verstopfung, Fieber, erhöhte Pulsfrequenz, Schwäche, Harn durch Blutbeimengung dunkelbraun, Blutungen aus dem After, Schaum vor Maul und Nüstern

Gefleckter Schierling
Vorkommen :
· Wegränder, Schuttplätze
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloid, 15,5mg täglich über einen Monat aufgenommen führen zu schweren Erkrankungen, Heu ist weniger giftig als grüne Pflanzen
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Muskelzittern, Lähmungen, Festliegen, weite Pupillen, Tod durch Atemlähmung, Urin und Atemluft mit widerlichem mäuseharnähnlichem Geruch

Goldregen
Vorkommen :
· Zierstrauch oder Baum
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloid mit nikotinartiger Wirkung, Pferde sind besonders empfindlich darauf, das Gift ist in allen Pflanzenteilen enthalten, höchste Konzentration in Blüten und Samen, 200 bis 250g Samen sind tödlich, Pflanze wird selten gefressen
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Erregung, Kolik, starker Speichelfluss, starkes Schwitzen und Muskelzittern, krampfhafte Zuckungen, hohe Puls- und Atemfrequenz, anschließend Tod durch Atemlähmung

Hahnenfuß
Vorkommen :
· Sumpfiges Gelände, Wiesen, Wegränder, trockene Wiese
Giftige Inhaltsstoffe :
· Reizgift, höchste Konzentration im Gifthahnenfuß, besonders zur Blütezeit, Vergiftungen nur nach Aufnahme großer Mengen, kaum tödlich, Gift wird durch Trocknung zerstört, Heu ungefährlich
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Entzündung der Maulschleimhaut, starker Speichelfluss, Kolik, später Durchfall, Schwäche

Herbst- Zeitlose
Vorkommen :
· Feuchte Wiesen
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloid, giftig besonders Blüten und Samenkapseln, durch Trocknung der Pflanze wird das Gift nicht zerstört, Gift wird nur langsam wieder ausgeschieden, so dass eine allmähliche Anreicherung im Körper erfolgt
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Klinische Erscheinungen treten wenige Stunden nach der Aufnahme auf, Kolik, schwere (blutige) Durchfälle, später Lähmungen, Tod durch Atemstillstand und Kreislaufversagen

Maiglöckchen
Vorkommen :
Schattige Wälder, Gebüsche, Zierpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Herzglycoside, Saponide, toxische Aminosäure. Wirkung ähnlich wie Digitalis.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Teilnahmslosigkeit, Durchfall, verlangsamter Herzschlag, langsame Atmung, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen

Glockenbilsenkraut
Vorkommen :
Laubwälder, Schluchten und Abhänge
Giftige Inhaltsstoffe :
L- Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin, Scopoletin, Chlorogensäure. 180g können gefährlich werden.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Erhöhte Atemfrequenz, Erregung, Durst, Tobsuchtsanfälle, trockene Schleimhäute, Lähmungen, Pupillenerweiterung, Verstopfung, Tod durch Atemlähmung

Sadebaum
Vorkommen :
*Hochgebirgspflanze, Ziergewächs
Giftige Inhaltsstoffe :
*äthrische Öle mit Sabinen, Sabinylacetat, Sabinol, Savinin, Thujon, Bitterstoff, Gerbstoffe.
Reizt die Haut, Schleimhäute und Niere. Wird über die intakte Haut aufgenommen.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Mgen- Darm- Entzündung, Kolik, Durchfall, Nierenentzündung, Muskelkrämpfe, Abort im letzten Drittel der Trächtigkeit, Lähmungen
Liguster
Vorkommen :
* Wälder, Waldränder
Giftige Inhaltsstoffe :
Ligstrosid, Oleuropein, Nützhenid, Tannine und Glykoside
100 - 150g sind tödlich.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Gerötete Schleimhäute, Herzrasen, Pupillenerweiterung, Kolik, Gleichgewichtsstörungen, Anstieg der Körpertemperatur, Lähmung der Hinterhand

Kreuzkraut
Vorkommen :
· Wiesen, Waldränder, Äcker, Gärten, Schuttplätze
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloide (starke Lebergifte), Pferde sind sehr empfindlich darauf, besonders junge Tiere, durch Trocknung wird das Gift nicht zerstört
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Krankheitserscheinungen erst nach längerer Aufnahme, die Pferde sind abgeschlagen und teilnahmslos, ohne Appetit, gähnen häufig, später Koordinationsstörungen in der Bewegung und ausgesprochene Unbeweglichkeit, Gelbfärbung der Lidbindehäute, Harn kann dunkelbraun verfärbt sein (Blutfarbstoff)

Unreife Gartenfrüchte / Obst
Vorkommen :
· Gärten, Obstwiesen
Vergiftungserscheinungen :
· Kolikgefahr, Kreislaufstörungen

Lupine
Vorkommen :
· Wegränder, Ödflächen
Giftige Inhaltsstoffe :
· Verschiedene Alkaloide, höchste Konzentration in den Samen, offenbar sind auch auf der Pflanze wachende Schimmelpilze an der Vergiftung beteiligt Giftwirkung im Heu erhalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Vergiftung kann schnell und drastisch verlaufen, wenn eine entsprechend große Menge dieser Pflanzen aufgenommen wurde, Unruhe, Krämpfe, Übererregbarkeit, Atembeschwerden bis zur Atemlähmung, Gelbsucht. Bei schleichendem verlauf nach langdauernder Aufnahme geringerer Pflanzenmengen kommt es zu Appetitlosigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Gelbsucht

Seidelbast
Vorkommen :
· Wälder, Parks
Vergiftungserscheinungen :
· Kolik, Atemnot

Robinie
Vorkommen :
· Wälder, Parks
Giftige Inhaltsstoffe :
· Toxalbumin, Alkaloid und Gerbstoffe, besonders in der Rinde enthalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Erste Erscheinungen (Weitstellung der Pupillen, Puls- und Atembeschleunigung, starke Schweißbildung, Übererregbarkeit, Krämpfe und Kolik) treten wenige Stunden nach Aufnahme des Giftes auf. Danach Abgeschlagenheit, Schwäche und Lähmung, Tod innerhalb eine Tages möglich

Thuja
Vorkommen :
· Parks, Hecken
Vergiftungserscheinungen :
· Schleimhautreizungen, Durchfall, Kolik

Rotbuche
Vorkommen :
· Wälder, Parks
Giftige Inhaltsstoffe :
· Vitamin B1 zerstörende Substanzen, höchste Konzentrationen in den Früchten (Bucheckern), Pferde sind besonders empfindlich, 1kg Bucheckern kann bereits tödlich sein
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Schreckhaftigkeit, starke Schmerzen, Kolik, Zittern, Krämpfe, später Lähmung und Atemstörung, der Tod kann innerhalb weniger Stunden eintreten

Osterluzei
Vorkommen :
· Waldränder
Vergiftungserscheinungen :
· Darmstörungen

Gundermann
Vorkommen :
· Wiesen und Weiden
Vergiftungserscheinungen :
· Darmentzündung, Durchfall

Roter Fingerhut
Vorkommen :
· Bergwälder, besonders Lichtungen
Giftige Inhaltsstoffe :
· Herzwirksame Glykoside, vorwiegend in den Blättern enthalten, 100 bis 200g frische Blätter können ein Pferd töten, da die Giftstoffe im Herzen gespeichert werden, treten auch Vergiftungen auf, wenn diese Menge über mehrere Tage verteilt gefressen wird, im Heu ist es ebenfalls giftig
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Sehr langsamer Puls und Herzschlag, Durchfall und Schläfrigkeit, später schnelles, starkes Herzklopfen, sehr unregelmäßig, häufiger Absatz großer Harnmengen, gelegentlich Aufregung, sonst Mattigkeit und Lähmungen

Ackerbohne
Vorkommen :
Kulturpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Glycoside : Vicin und Convicin, Tannine, Protease- Inhibitoren, Lectine.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Leberschädigung, Kolik, Durchfall, Ikterus (Gelbsucht), blutiger Harn, gelbe Schleimhäute, hämolytische Anämie, Harnverhalten.

Oleander
Vorkommen :
Topf oder Kübelpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Herzaktive Glykoside wie Oleandrin, Nerosid. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Digitalis.
15 bis 20g sind gefährlich.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Herzschwäche, Kolik, Durchfall, erweiterte Pupillen, kühle Beine, Tod durch Herzlähmung

Eisenhut
Vorkommen :
· Wegränder
Vergiftungserscheinungen :
· Lähmung, kleine Mengen tödlich

Johanniskraut
Vorkommen :
· Wald- und Wegränder, Naturweiden
Vergiftungserscheinungen :
· Hautsensibilisierungen

Rhododendron
Vorkommen :
· besonders Blätter
Vergiftungserscheinungen :
· nervöse Störungen

Kartoffel
Vorkommen :
· Blüten, Beeren
Vergiftungserscheinungen :
· Durchfall, Hämolyse

Pfaffenhütchen
Vorkommen :
· Früchte, Zweige
Vergiftungserscheinungen :
· Durchfall, Krämpfe

Lilien-, Amaryllis- und Irisgewächse
Vorkommen :
· Zwiebeln, bzw. Knollen
Vergiftungserscheinungen :
· Unterschiedlich je nach Art

Grüne Feuerbohne
Vorkommen :
· Samen
Vergiftungserscheinungen :
· Lähmungen, Erblindung

Pflaume
Vorkommen :
· unreife Früchte
Vergiftungserscheinungen :
· Kolik, Kreislaufstörungen

Staudenwicke
Vorkommen :
· Samen
Vergiftungserscheinungen :
· aufsteigende Lähmungen

Schwarzer Nachtschatten
Vorkommen :
· Wiesen, Äcker, Ödland, Schuttplätze
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloide, in allen Pflanzenteilen, höchste Konzentration in den unreifen Beeren, im Heu ebenfalls giftig
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· starke Hinfälligkeit, Niederstürzen, absolute Teilnahmslosigkeit, oft starker Durchfall, Harn kann durch Blutfarbstoff braunrot verfärbt sein

Stechapfel
Vorkommen :
· Schutthalden, Wegränder, Gärten
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloide, besonders in Blättern, weniger in Samen, 500g Blätter führen zur Erkrankung
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· wie Tollkirsche

Bilsenkraut
Vorkommen :
· Wegränder, Naturweiden
Vergiftungserscheinungen :
· Erregung, Kreislaufstörungen

Sumpfschachtelhalm
Vorkommen :
· Nasse Wiesen, Ufer der Gewässer, Gräben
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloide, Vitamin B1 spaltende Substanzen, Pferde sind besonders empfindlich, Giftigkeit bleibt bei Trocknung erhalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Krankheitserscheinungen beginnen erst nach ein bis mehrmonatiger Fütterung sumpfschachtelhaltigem Heu, zunächst erhöhte Erregbarkeit, Überempfindlichkeit, Reaktionen bei Hautberührungen, Muskelzuckungen, später Bewegungsstörungen, Taumeln (auch im Stehen), sehr niedrige Pulsfrequenz, Untertemperatur, weitgeöffnete Pupillen, evtl. Zusammenbrechen, Tod nach längerer Krankheitsdauer

Weißer Germer
Vorkommen :
Viehweiden
Giftige Inhaltsstoffe :
Steroid- oder steroidähnliche Alkaloide (Germerin und Protovertarin). 1g Wurzel/kg KGW des Pferdes sind tödlich.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Verlangsamte Atmung, Speicheln, Durchfall, Kolik, Fieber, Krämpfe, Lähmungen, Tod durch Kreislauf und Atemlähmung

Christrose
Vorkommen :
Wäder, Gebüsche, Gärten
Giftige Inhaltsstoffe :
Helleborin, Saponingemisch und Herzclycoside in den Wurzeln.
8 - 10g sind tödlich.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Starke Entzündung im Maul, starkes Speicheln, Durchfall, Kolik, erweiterte Pupillen, Herzrhythmusstörungen, Magen- Darm- Trakt- Entzündungen

Aronstab
Vorkommen :
Laubwälder, Gebüsche und Bachufer
Giftige Inhaltsstoffe :
Aroin, Oxalate, Blausäureglycoside
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Schwere Entzündungen mit Blutungen im gesamten Verdauungstrakt, Durchfall, Krämpfe, Atemprobleme, Schwellungen im Rachenraum, Herzrhythmusstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Harnverhalten, Lähmungen, Leber- und Nierenschäden, trächtige Stuten können verfohlen.

Engelstrompete
Vorkommen :
Gartenzierpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Scopolamin, Atropin, Hyoscyamin
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Erregung, trockene Schleimhaut, Schluckbeschwerden, erweiterte Pupillen, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen

Rizinus
Vorkommen :
Zierpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Ricin ist eines der stärksten Gifte. 50g sind tödlich.
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Schwitzen, Ansteigen der Körpertemperatur, Kolik, angestrengte Atmung, beschleunigter Puls, Taumeln, Muskelzittern
Rittersporn
Vorkommen :
Getreidefelder, Äcker, Wegränder, Gärten
Giftige Inhaltsstoffe :
Delphiniumalkaloid, Delphisin, Delcosin, Elatine und viele andere.
Nervengifte greifen Herz und Muskulatur an. Lokal starke Entzündungen
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
Magen- Darm- Entzündung, Kolik, Durchfall, Hautreizungen, Muskelzucken, Lähmungen, Herzschäden, Bewegungsstörungen, Unruhe

Alpenkreuzkraut
Vorkommen :
· Wiesen und Weiden
Vergiftungserscheinungen :
· Erregung, Leberschäden

Tabak, Virginischer
Vorkommen :
Kulturpflanze
Giftige Inhaltsstoffe :
Nicotin, Nornicotin und andere Alkaloide sowie viele chemische Verbindungen.
300- 500g getrocknete Blätter können tödlich sein.
Vergiftungserscheinungen :
Pupillenveränderung, Speicheln, Erregung, Kolik, Durchfall, vermehrter Harnabsatz, Muskelschwäche, Muskelzucken, Krämpfe, Atemnot, Herzschlag verlangsamt sich

Tollkirsche
Vorkommen :
· Bergwälder und Lichtungen, Weiden, Ödland
Giftige Inhaltsstoffe :
· Alkaloide in Samen (=Beeren) und Blättern, 10g Samen sind für ein Pferd gefährlich, 125g tödlich, 120g getrocknete Blätter führen zu ausgeprägten Erkrankungserscheinungen
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Trockene Schleimhäute, Sehstörungen, Pupillen sehr weit, Herzfrequenz erhöht, Unruhe, Aufregung, Darmlähmung, Verstopfung, Kolik, Zittern, später Schwäche und Taumeln

Adonisröschen
Vorkommen :
· Wiesen und Weiden
Vergiftungserscheinungen :
· Schleimhautreizungen, Herzrhythmusstörungen

Wasser- Pferdesaat
Vorkommen :
· Sumpfwiesen, an Gräben, Niederungen
Giftige Inhaltsstoffe :
· Giftige Substanzen haben ähnliche Wirkung wie die des Giftwasserschierlings, höchste Konzentration in den Wurzeln, Pferdes sind besonders empfindlich, im Heu bleibt die Schadwirkung erhalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Koliken, starker Durchfall, Tiere stürzen zusammen, krampfartige Zuckungen, Tod kann sehr schnell eintreten

Wasserschierling
Vorkommen :
· Sumpfiges Gelände, Gräben, Ufer
Giftige Inhaltsstoffe :
· sehr giftige Inhaltsstoffe Pferde ollen bereits nach Aufnahme eine walnußgroßen Stückes der frischen Wurzel verenden, Giftwirkung im Heu erhalten
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· Erscheinungen wechseln zwischen starken Erregungszuständen (Muskelkontraktionen, die Pferde gehen auf Hindernisse los, rennen gegen die Wand) und ausgeprägten Depressionen (Schläfrigkeit, kaum Reaktion auf die Umwelt)

Zwiebel
Vorkommen :
· Kulturpflanze (Vergiftungen auch durch wildwachsende Zwiebeln möglich)
Giftige Inhaltsstoffe :
· Verschiedene Inhaltsstoffe mit schädigender Wirkung auf die roten Blutkörperchen
Vergiftungserscheinungen und Krankheitsverlauf :
· nach langdauernder Fütterung Blutarmut und Gelbsucht, Blasse und gelbliche Lidbindehäute und Schleimhäute, Rot- bis Dunkelbraunfärbung des Harns infolge Beimengung von Blutfarbstoff

Es können einem während eines Ausrittes unzählige Giftpflanzen begegnen.
Beispiele dafür sind u.a. :
Eberesche, Stechpalme, Efeu, Tulpen, Osterglocken, Buschwindröschen, Mistelgewächse, Hahnenfußgewächse, Ackerschachtelhalm, Drachenwurz oder Zwergholunder, die Riesenbärenklau, Flachs oder Zaunrübe

Oberstes Gebot : Augen offen halten


Kontaminierung von Futtermitteln durch Luftschadstoffe
Benzol (C6H6)
Kfz- Ausdünstung
Anreicherung im Futter, lagert sich nach Aufnahme im Fettgewebe ab, schädigt Knochenmark und Gehirn

Fluor
Kommt in verschiedenen flüssigen Holzschutzmitteln vor.
Fluor ätzt die Magen- und Darmschleimhaut und schädigt den Mineralstoffwechsel.
Je nach aufgenommener Menge, sind die Symptome akut oder chronisch. In der Akutform treten Magenschmerzen mit anhaltenden Krämpfen der Muskulatur, Bewegungsstörungen, Schwanken und Niederstürzen etc. auf.
In schweren Fällen kommt es zu Kreislaufversagen und raschem Tod des Tieres.
Bei der chronischen Verlaufsform ist die Zahnbildung gestört und die Knochenfestigkeit beeinträchtigt.

Dioxine (PCDD) und Furane (PCDF)
Nebenprodukt der Chemieindustrie, Freisetzung bei Bränden oder Müllverbrennung.
Anreicherung in der Stutenmilch, bei Aufnahme Störungen an inneren Organen (Leber, Milz, Niere)

Pentanchlorphenol (PCP)
Altlasten der chemischen Industrie, Ausgasung von Holzschutzmitteln.
Anreicherung im Futter, verursacht Schädigungen des Nervensystems und Anreicherung in der Stutenmilch

Polychlorierte Biphenyle (PCB)
Mülldeponien, Imprägniermittel, Altöl, Farben, Weichmacher.
Anreicherung im Futter Ablagerung im Fettgewebe und Anreicherung in Stutenmilch, Erbgutschädigung

Dieselruß
Ausdünstung (unvollständige Verbrennung von Dieselkraftstoff).
Ablagerung auf Grünfutter und Getreide, allergiefördernd, krebsauslösend

Teeröle
Holzschutzmittel.
Kontaminierung von Futtermitteln, bei Lagerung auf teerölgetränkten Holzuntergründen. Teeröle enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Phenole, die als krebserregend eingestuft sind

Altöle
Motorenaltöl wird oft dem Bodenbelag von Reitbahnen zugesetzt oder von manchen Pferdebesitzern zum streichen der Boxenwände oder Paddockeinzäunungen benutzt.
Es führt aufgrund seines Dioxingehaltes zu umfangreichen Vergiftungen.
Es kommt zu einer starken Abmagerung der Tiere innerhalb weniger Wochen. Erscheinungsbilder wie starke Koliken, Blutharn und Huflederhautentzündung treten auf.
In einzelnen Fällen sind Geschwürbildungen an Haut und Schleimhaut festgestellt worden.

Chlorkohlenwasserstoff (Lindan oder DDT)
Schädlingsbekämpfungsmittel.
Anreicherung in Futtermitteln, Schwächung des Immunsystems

Pestizide / Fungizide
Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel.
Anreicherung in Futtermitteln, Schädigung des Nervensystems

Schwermetalle
Kfz- Ausdünstung.
Anreicherung in Futtermitteln, Nierenschäden

Schädlingsbekämpfungs- und Kurzspritzmittel
Insektizide werden zur Bekämpfung von Futtermilben oder generell bei Desinfektion von Silos eingesetzt.
Futtermittel können mit Rodentiziden (zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen) kontaminiert werden, wenn Lagerräume für Getreide oder andere Futtermittel damit behandelt werden.
Auf Kumarinbasis wirkende Stoffe hemmen die Blutgerinnung.

 
Kontaminierte Futtermittel durch Pilzbefall
Rostpilze
sind auf Gräsern und Getreidepflanzen als rostgelbe und auf Stroh als schwarze Flecken sichtbar.
Sie bilden Gifte, die auf die Haut stark reizend und auf das ZNS lähmend wirken. Das Ausmaß der Giftwirkung ist u.a. von der Empfindlichkeit des Pferdes abhängig.
Die Haut im vorderen Kopfbereich und die Schleimhaut der Maulhöhle sind entzündet. Die Tiere speicheln stark.
Außerdem werden Koliken, starker, oft blutiger Durchfall und blutiger Harn beobachtet. Infolge einer Hinterhandschwäche brechen die Tiere zusammen.

Brandpilze
schmarotzen in Getreidekörnern und bilden bei Reifung dunkelbraune bis schwarze Sporen. Die Giftwirkung dieser Pilze ist unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig.
Eine Lähmung des Schlundkopfes führt zu Schlingbeschwerden und zu starkem Speicheln. Außerdem treten Bewegungsstörungen auf.
Die Pferde schwanken, taumeln, stürzen nieder und sind oft nicht in der Lage, sich selbst zu erheben.

Schimmelpilze
können hochgiftige Substanzen bilden, die Mykotoxine, die sie an das Substrat, in dem sie wachsen abgeben.
Für Pferde ist die Mykotoxinbildung in Futtermitteln bedeutsam. Bereits die Aufnahme sehr kleiner Mengen kann zu Vergiftungen führen, die als Mykotoxikosen bezeichnet werden.
Gegenwärtig sind etwa 300 Schimmelpilzarten bekannt, die insgesamt etwa 200 Gifte bilden.

Mykotoxine sind äußerst widerstandsfähig und auch dann noch wirksam, wenn die Pilze, von denen sie gebildet wurden, infolge ungünstiger Lebensbedingungen (z.B. Trockenheit) abgestorben sind.
Sie lassen sich in mehrere Gruppen mit jeweils verschiedener Wirkung einteilen. Im Vergiftungsgeschehen spielen Aflatoxine, Satratoxine und Fusarientoxine eine besondere Rolle. Pferde reagieren auf diese Schimmelpilze sehr empfindlich, besonders gefährdet sind Fohlen.

Aflatoxine
können in Importfuttermitteln enthalten sein und führen u.a. zu Appetitverlust, verminderter Wasseraufnahme, starker Abgeschlagenheit, gelblicher Verfärbung der Lidbindehäute, Kolik und blutiger Durchfall

Satratoxine
werden vorwiegend durch die in Heu und Stroh lebende Pilzart Stachybotrus atra gebildet und führen zu chronischen Erkrankungen.
Durch eine Schädigung der Blutzellenbildung tritt später ein ausgepräftes Krankheitsbild auf u.a. steigt die Körpertemperatur an, es kommt zu starkem Durchfall, der zu übermäßigem Verlust von Körperflüssigkeit führt, Atmungs- und Pulsfrequenz sind sehr hoch, die Widerstandskraft gegenüber Krankheitserregern ist vermindert.
Das führt zusätzlich zu Infektionen, die meist tödlich verlaufen.

Zearalenon
ist ein von Fusarienarten gebildetes Mykotoxin, welches nach Aufnahme wie ein weibliches Geschlechtshormon wirkt.
Es beeinflusst den geschlechtszyklus der Stuten. In einigen Fällen bleibt die Rosse aus, während in anderen Fällen Dauerrosse besteht und die Erscheinungen der Nymphomanie ähneln.

Trichothecene
schädigen das Gehirn, Herz-Kreislauf-System sowie Leber und Magen-Darm-Trakt. Klinische Erscheinungen sind u.a. Futterverweigerung, hohe Berührungsempfindlichkeit, Juckreiz, kolikartige Schmerzen infolge starker Darmentzündung, unsicherer Gang, Gleichgewichtsstörungen, Schwanken, Kreisbewegungen, Muskelkrämpfe, Schweißausbruch, Ödeme der Unterhaut, gelbgefärbte Lidbindehäute und in einigen Fällen auch Erblindung.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung durch Giftpflanzen, ist sofort die Aufnahme des verdächtigen Futters zu unterbinden und unverzüglich ein Tierarzt hinzuzuziehen. Eine gezielte schnelle Behandlung, kann unter Umständen lebensrettend sein.

Weitere Behandlungsmaßnahmen können Magenspülung, Eingabe von giftbindenden Medikamenten (Aktivkohle) und Abführmitteln sowie medikamentelle Unterstützung des Herz- Kreislauf- Systems und der Atmung sein.

Sie richten sich nach der seit der Giftaufnahme vergangenen Zeit und den aufgetretenen klinischen Erscheinungen.
Oft ist eine Behandlung über einen längeren Zeitraum erforderlich.

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